Patienteninfo

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, liebe Eltern!

In dieser Patienteninformation beantworten wir Ihnen die häufigsten Fragen zur ambulanten Vollnarkose. Weitere Fragen können Sie Ihrem Narkosearzt persönlich stellen.

Was ist eine ambulante Vollnarkose?

Bei Durchführung einer Vollnarkose wird vorübergehend das Bewußtsein sowie die Schmerzwahrnehmung mit Hilfe von Narkosemitteln ausgeschaltet. In einigen Fällen wird durch die Medikamente die Kraft der Muskulatur teilweise oder ganz geschwächt. Ambulant bedeutet, dass man nach der Narkose nach wenigen Stunden die Operationseinrichtung verlassen darf.

Wie lange muß man vorher auf Essen und Trinken verzichten?

Die Nüchternheit vor einer geplanten Narkose ist unbedingt erforderlich, da hierdurch die Wahrscheinlichkeit von Erbrechen vor, während und nach der Narkose weitgehend reduziert wird. Dazu gehört, dass der Patient nicht raucht, keine Nahrung und Flüssigkeit zu sich nimmt, auch kein Kaugummi oder Bonbon. Den Zeitpunkt der letzten Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme besprechen Sie vorher mit dem Narkosarzt.

Welche Medikamente muss ich einnehmen oder absetzen?

Über die Einnahme von Medikamenten oder Spritzen sollten Sie sich Tage vor der Narkose mit Ihrem Narkosearzt unterhalten.

Wie wird die Narkose eingeleitet?

Überwiegend mit einer Spritze in eine Armvene, meist über eine weiche Kunststoffverweilkanüle zusammen mit einer Infusion, selten durch Einatmen eines Narkosegases über eine Maske, seltener noch durch eine Spritze in den Gesäßmuskel.

Kann man bei Kindern die schmerzhafte Spritze vermeiden?

Durch vorheriges Aufkleben eines EMLA-Pflasters kann man den Schmerz verhindern.

Wird man bei einer Vollnarkose beatmet?

Die Kontrolle der Atmung ist fester Bestandteil der Narkoseüberwachung. Viele moderne Narkosemittel dämpfen die Atmung, sodass eine Unterstützung der Atmung oder eine Beatmung erforderlich ist. Bei einigen Eingriffen muss zur schonenden Durchführung der Operation die Muskulatur erschlafft sein, hier erfolgt dann ebenfalls eine Beatmung.

Wie wird beatmet?

Beatmet wird über verschiedene Hilfsmittel:

Maske: z.B. bei Narkoseeinleitung oder Ausleitung, bei sehr kurzen Eingriffen.

Kehlkopfmaske (Larynxmaske): Weicher Schlauch, der oberhalb des Kehlkopfs im unteren Rachen mit einem (aufblasbaren) Wulst verankert wird. Wenig Nebenwirkungen, keine Heiserkeit.

Luftröhrenschlauch (Tracheal-Tubus): Weicher Kunststoffschlauch, der mit Instrumentenhilfe durch Mund oder Nase bis in die Luftröhre eingeführt wird und dort mittels aufblasbarem Wulst verankert wird. Häufige Nebenwirkung sind vorübergehende Halsschmerzen oder Heiserkeit.

Welches Atemwegshilfsmittel wird benutzt, wann wird es eingelegt?

Dies richtet sich nach der Art und Lokalisation des Eingriffs, der Notwendigkeit, eine sichere Beatmung zu haben sowie den anatomischen und krankheitsbedingten Besonderheiten des Patienten. Kehlkopfmaske und Tubus werden erst nach Einschlafen eingelegt und vor dem vollständigen Erwachen entfernt.

Wie wird die Narkose aufrechterhalten?

Durch wiederholte oder dauerhafte Zuführung von Schlaf- und Schmerzmitteln (intravenöse Narkosemittel) über die Verweilkanüle oder durch Einatmen/Beatmen von Narkosegas oder der Kombination aus beiden Methoden wird die Narkose aufrechterhalten. Durch Erhöhen oder Vermindern der Narkosemittelkonzentration kann die Narkosetiefe den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden.

Wie wird die Narkose überwacht?

Es gibt indirekte und direkte Methoden zur Narkoseüberwachung:

Indirekte Methode: Beobachtung des Patienten, welche Reaktionen auf Schmerzreize erfolgen. Registrieren von Herzfreqenz, Blutdruck, Atemfrequenz und -tiefe, Zusammensetzung der Ein- und Ausatemluft und der Sauerstoffsättigung im Blut.

Eine direkte und moderne Methode zur Erhöhung der Sicherheit bei der Narkoseführung ist die Schlaftiefenbestimmung über Hirnstrommessung mit Narcotrend. Sprechen Sie Ihren Narkosearzt dazu an.

Wie wird die Narkose beendet?

Nach Abschalten der intravenösen Narkosemittel oder Ausschalten des Narkosegases erfolgt das Erwachen nach einigen Minuten. Die Geschwindigkeit für das Erwachen ist abhängig von verschiedenen individuellen Faktoren sowie der Narkoselänge, Nakosetiefe, Menge und Art der Narkosemittel.

Wie schnell erholt man sich nach einer Narkose?

Die Erholungsphase ist ebenfalls von verschiedenen Faktoren, unter anderem von der Menge der verabreichten Narkosemitteln, abhängig. Man muss mit einer Ruhezeit von 3o Minuten bis zu drei Stunden bis zur Entlassung rechnen. Bei exakter Narkosemitteldosierung unter Kontrolle mittels Narcotrend kann die Erholungszeit verkürzt und Nebenwirkungen der Narkosemittel reduziert werden.

Erhält man Schmerzmittel nach der Operation?

Operative Eingriffe bereiten je nach Art und Umfang des Eingriffs unterschiedliche Schmerzen. Auch die individuelle Schmerzempfindung spielt eine Rolle. Soweit möglich, werden lokale schmerzstillende Mittel (Lokalanästhetika) während der Operation im Wundbereich gegeben. Am Ende und nach der Operation erhält der Patient in der Ruhephase Schmerzmittel in ausreichender Dosierung. Die Mitgabe von Schmerzmitteln oder eines Schmerzmittelrezeptes wird in der Regel durch den Operateur erfolgen, sodass eine ausreichende Schmerzauschaltung bis zur nächsten Wiedervorstellung beim Operateur gewähleistet ist.

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